Blogbeiträge und Prokrastination

Es stimmt, hier ist lange kein Beitrag erschienen. Aber das lag nicht daran, dass ich nicht wollte oder nicht wüsste, dass Blogs immer wieder mit Beiträgen gefüllt werden sollten, damit sie leben.
Ich würde die Ursache eher in dem ständigen Gefühl, andere und wichtigere Arbeiten noch nicht alle erledigt zu haben, suchen. Manche sagen auch Prokrastination dazu (Aufschiebe-Verhalten).

Nun schreiben sich Blogbeiträge nicht von alleine und schon gar keine Guten und solche mit Recherche-Bedarf. Das hindert besonders jene Sorte Menschen daran, schnell mal ein Schreiben zu veröffentlichen, die gerne detailliert und erschöpfend berichten und wert auf einen roten Faden legen. Zudem kommt erschwerend hinzu, dass zwar andere und wichtige Arbeiten nach und nach erledigt werden, aber immer wieder NEUE andere und wichtigere Arbeiten dazu kommen, als ob es nie ein Ende damit hätte (und über den Grund eines solchen Endes will ich gar nicht nachdenken). Passionierte Blogger würden das nicht verstehen, warum ich meinen Blog nicht ebenso als wichtige Arbeit ansehe. Aber dafür habe ich eine Ausrede: Ich lebe nicht von meinem Blog und wie am Anfang des Absatzes beschrieben, es schreibt sich nicht von alleine und kostet Mühe und Zeit. Obwohl ich eigentlich gerne mehr schreiben würde, tue ich es kaum, weil mich da die Prokrastination in den Hintern beißt!

Ich habe nämlich ab und an einen Artikel angefangen, aber nie zuende geführt und nie veröffentlicht. Zum einen lief die Zeit davon und zum anderen ergab es scheinbar irgendwie keinen Sinn mehr, später zu einer ehemals aktuellen Sache noch etwas zu schreiben. Und das schlechte Gewissen das einen plagt, wenn man für Kunden etwas zu tun hat und sich stattdessen um eigene Blogbeiträge kümmert. Außerdem fällt anderer Leute Blogbeiträge lesen und kommentieren leichter als einen eigenen zu verfassen.  Bei anderen kann und könnte ich ja jederzeit aufhören zu lesen, bei eigenen Blogbeiträgen aber nicht mittendrin aufhören, zu schreiben. Irgendwie soll ein Blogbeitrag auch „rund“ sein. Wer kennt das unangenehme Gefühl nicht von angelesenen Artikeln im Wartezimmer wenn man aufgerufen wird oder von angefangenen Büchern die herumliegen? Und so soll es im Blogbeitrag ja nicht sein.
Folglich fange ich gar nicht erst an, wenn ich nicht das Gefühl hätte, es auch fertig stellen zu können (so wie diesen Artikel hier).

Aber was hat das mit Prokrastination zu tun?
Nun, ich schiebe es tatsächlich immer vor mir her, wieder mal einen Blogbeitrag zu schreiben. Und wenn ich mal nicht andere und wichtigere Arbeiten zu tun habe (klingt schon abgedroschen), mag ich eigentlich auch nicht mehr meinen Kopf anstrengen und einen Artikel verfassen, dann ist nämlich Freizeit (Oder es finden sich im Haushalt wichtige Dinge die prokrastiniert wurden…). Und so wird es langsam zu einem unangenehmen Gefühl, endlich wieder mal was schreiben zu sollen (und auch zu wollen), aber ständig diese Tat vor sich herzuschieben. Und außerdem weiß ich ja nicht genau, was ich schlussendlich davon habe, einen Artikel geschrieben zu haben und vielleicht liest es ja keiner.
Aber um der Prokrastination einen Tritt in den Hintern verpasst zu haben und mich wohler zu fühlen, darum habe ich diesen Artikel geschrieben!
…und vielleicht liest es einer und fühlt sich an was erinnert :-)

Über Frank König

Der Chef hier...
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Ein Kommentar zu Blogbeiträge und Prokrastination

  1. Carla sagt:

    Hallo,
    mit Prokrastination prokrastinieren. :)
    Oder eben mit Prokrastination gegen Prokrastination vorgehen. Es findet sich immer eine Aufgabe, die einen Tick angenehmer ist und auch prokrastiniert wird. So kann man wunderschön Dinge erledigen, wenn man einfach im Kreis prokrastiniert! Gute Idee, danke! Scheint wunderbar zu funktionieren mit Deinem Blogartikel.

    Liebe Grüße!

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